Am Ende mit dem Rücken zur Wand
Auch der zweite Tag des regionale Meisterschaftswochenendes im April führte uns in den Süden Niederösterreichs. Die Wiener Meisterschaften 2026 über die Mitteldistanz in Oberhöflein liefen wir am Fuß der Hohen Wand. Einerseits war der 26. April 2026 für unseren Verein wieder ein sehr erfolgreicher Tag mit Titeln und Podestplätzen, andrerseits auch ein fordernder Tag: viele waren länger unterwegs als bei so mancher Langdistanz.
Wem am Samstag bei den Nachtmeisterschaften in Neunkirchen ein paar Höhenmeter gefehlt haben, dem wurde am Sonntag in Oberhöflein geholfen. Aber so richtig. Viele GPS-Sportuhren registrierten Mitteldistanz-Höhenmeter-Rekordwerte. Man konnte sich bergauf so richtig austoben. Bei herrlichem Wetter im strahlenden Sonnenschein.
Auch der Bahnleger, Nationalteamläufer Simon Tober hat sich so richtig ausgetobt. So lagen die Siegerzeiten in den Elitekategorien bei 46 Minuten [H15-] sowie 52 Minuten [D15-]. Der Bahnleger hat uns fast alle überschätzt. Auch die guten. Danke dafür. Es gibt aber auch eine andere Theorie: das Versehen des – zugegebenermaßen zwar steilen, aber schönen Waldes, mit anspruchsvollen Bahnen und schönen Postenstandorten hat ihm so viel Spaß gemacht, dass er uns allen mehr als die klassischen 25-35 Minuten Mitteldistanz-Spaß bieten wollte. Ist gelungen. Danke auch dafür. Wer dann noch beim Start die falsche Karte nahm wie Boris [irrtümlich H15-], für den wurde es steiler & noch länger als steil & zu lang.
Klar, es gab Dornen und Kratzer, die die Freude trübten. Aber dafür auch wunderschöne, fordernde Abschnitte mit Steinen, Felsen, Rinnen, Kuppen & Hügeln inmitten des Nadelwaldes. Wir liefen und liefen und überschritten – bis auf wenige Ausnahmen – irgendwann die Grenze von Mittel- zu Langdistanz. Manchmal bekommt man eben mehr für sein Startgeld.
Und wie so oft endete der Wettkampf für viele Läuferinnen und Läufer unseres Vereines mit Bestzeiten und Podestplätzen. Lihuen [D-14] war ebenso die schnellste Wienerin wie Claudia [D55-] und Babsi [D45-], die sich knapp vor Marina [D45-] durchsetzen konnte. In der Elitekategorie feierte Tina, Anja und Corinna [D15-] sogar einen Dreifachsieg. Renate [D55-] beendete den Tag im Wald wie ihre Tochter auf dem 3. Platz. Bei den jungen Herren erreichte Albert [H-14] als Wiener Meister das Ziel, vor Vizemeister Reto [H-14]. Einen Erfolg feierte auch Thomas [H45-], Wolfgang W. [H45-] lief auf den 3. Platz in dieser Kategorie. Die schnellen älteren Herren verstanden das Prinzip Mitteldistanz am besten. Peter [H60-] gewann in 28:23min., Axel [H60-] wurde nach 34:41min. Zweiter, knapp vor Wolfgang P. [H60-], dem Dritten.
Großen Respekt verdienen auch unsere„Jung-Erwachsenen“ Annina, Iris, Anna & Maria [D15-] sowie Adam & Fabian [H15-] die die überlangen Elite-Bahnen ebenfalls bewältigen konnten. Sie gehörten zu jenen, die auf „auf dem Rückweg“ Richtung Ziel noch einmal rund 150 steile Höhenmeter in einem Stück hinauf mussten.
Erst nachdem man den höchsten Posten am Rande eines steilen Grabens erreicht hat, konnte man mit dem Rücken zur Wand weiterlaufen. Und das war gut, weil nämlich mit dem Rücken zur Hohen Wand. Die neue Karte „Zweiersdorf-Panhart“ endete im Norden am Fuß der steilen Felsabbrüche des mächtigen Karstplateaus. Die letzten 130m Höhenmeter gingen bergab, waren somit negativ, aber positiv.


