Eine Art Sommernachtstraum
Sehr angenehme Temperaturen, kein Regen, fast kein Wind. Das Wetter war perfekt und sogar besser als frühlingshaft. Die Wiener Nacht-Meisterschaften 2026 in Neunkirchen am 25. April 2026 hatten durchaus Ähnlichkeit mit einem Stück von William Shakespeare. Es war ein Abend, der uns gut unterhalten hat. Es gab einige Verwechslungen, viele vielschichtige Charaktere und ein Happy End mit Titeln und Podestplätzen für unseren Verein. Es war eine Art Sommernachtstraum im Frühling.

Es war gut, dass die Nullzeit um 30 Minuten, in die Dämmerung hinein verschoben worden ist. Einerseits konnten wir so einen herrlich, frühsommerlich warmen Samstag länger genießen, andrerseits hätten wir zur ursprünglich geplanten Startzeit um 20.00 Uhr noch nicht von Nacht sprechen können. Die Sonne hatte den ganzen Tag lang keine Versteckmöglichkeit und ging erst kurz nach 20 Uhr unter. Langsam wich die Helligkeit des Tages.
Bei diesen Wiener Nacht-Meisterschaften sahen wir den Wald nicht. Nicht vor lauter Bäumen nicht oder nicht wegen starken Nebels wie zuletzt bei den österreichischen Meisterschaften, sondern weil wir kreuz und quer durch die Stadt Neunkirchen liefen. Ohne Spikes, ohne Gamaschen, ohne Höhenmeter.

Wem die Stirnlampen die Nacht nicht ausreichend zum Tag machten, dem wurde geholfen. Und zwar durch die Lichtverschmutzung, also die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Hilfsmittel. Die Straßenlampen von Neunkirchen, Schaufensterbeleuchtungen, sowie Werbetafeln und andere Lichtquellen halfen beim Blick auf die Karte. Mancher Posten erwies sich dennoch als lichtscheu und musste schon genau angelaufen werden.
Manche Abschnitte der Bahnen waren sehr einfach gehalten, in anderen Bereichen wie etwa rund um den Hauptplatz mit schmalen Gassen und Durchgängen war es durchaus anspruchsvoll. Dazu durften wir uns auch von den Errungenschaften des sozialen Wohnbaues in Neunkirchen überzeugen und lernten einige Wohnhausanlagen kennen.

Wer trotz des Laufstresses Zeit und Lust hatte, konnte sich mit einiger Phantasie in einen klassischen Venedig-Nachtlauf hineindenken, denn der verzweigte Werkskanal, das Rehbacherl und der Nebengang der Schwarza schlängeln sich auf unterschiedlichen Wegen durchs Stadtzentrum. Die Wahl der richtigen Brücke war eine wichtige. Zwar spannend, aber für den Ausgang der Meisterschaften unerheblich: auf manchen Bahnen lief man in der Urbangasse sogar unter dem Wasser durch. Leise mischte sich das Rauschen über Kopfhöhe in die Atemgeräusche.
Das Rauschen im Kopf wird beim Schreiben dieses Artikels laut, nämlich bei dem Versuch, aus der Ergebnisliste die genauen Wiener Ergebnisse herauszulesen. Die Frage, wo wurden Kategorien – nach Alter abgestuft – noch unterteilt und wo nicht, ist für den schreibenden Laien oft schwer nachvollziehbar. Grundsätzlich kann man festhalten, diese Nacht-Meisterschaften, die von Wien, Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland gemeinsam durchgeführt wurden, endeten mit Titeln und Top-Ergebnissen für unseren Verein. Hier der Versuch einer Auflistung:

Annina [D15-18] und Maria [D15-18] liefen auf den ersten und zweiten Platz. Auch Fabian [H15-18] war in seiner Kategorie der Schnellste. Dazu feierten Tina, Corinna und Livia [D19-] einen Dreifachsieg, bei den Männern war Florian [H19-] die Nummer 1 sowie auch Babsi [D45-] in ihrer Kategorie, Sandra gewann Bronze [D45-]. Thomas [H45-] schnappte sich ebenfalls den Titel. Die Plätze Zwei und Drei gab es für Renate [D55-] und Riki [D55-]. Und schließlich setzte Wolfgang W. [H55-] vor Boris [H55-] durch.


