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EM 2026: Nix tote Hose, schnelle rote

Für Lina, Ylvi & Nico und weitere 300 Läuferinnen und Läufer aus 35 Nationen haben heute, Mittwoch, 23. September 2026 die European Orienteering Championships [EOC] in Druskininkai in Litauen mit der Qualifikation begonnen. Von unseren drei NFW-Hoffnungen konnte am Ende nur einer mit einem Lächeln im Ziel stehen: Nico gelang der Sprung ins A-Finale über Langdistanz und Mitteldistanz.

Es ist nur ein Wort, aber man sollte es nicht falschverstehen. Im Zusammenhang mit den European Orienteering Championships [EOC] spiegelt das Wort Qualifikation die Bedeutung des heutigen Rennens nicht wirklich wider. Die heutige Qualifikation war und ist extrem wichtig, denn wer heute abgeliefert hat, sicherte sich mit einem Rennen gleich die Startplätze in den A-Finali über Langdistanz und Mitteldistanz. Da konnte man vor dem Start schon nervös werden.

Diese Nervosität wurde nach dem Lesen des EOC-Bulletins möglicherweise auch nicht kleiner. Denn wenn man vom Veranstalter, in diesem Fall auf Seite 75, über das Thema „Luftalarm“ informiert wird, könnte ein leichtes Bauchkribbeln entstehen. Will man vor dem Beginn der Europameisterschaften alle Infos über Sirenensignale für Alarm und Entwarnung sowie eine Liste mit allen verfügbaren Schutzräumen lesen? Wohl eher kaum, aber nur wenige Kilometer von der litauisch-weißrussischen Grenze entfernt müssen alle Menschen dieses Wissen rund um das Thema Drohnenabsehr wissen. Auch wenn es in den letzten Jahren nur 2x Alarmstufe Rot gab, sorgt das Procedere für Sicherheit.

Foto: EOC / Egle Jasiukaityte

Der Fokus während der Qualifikation im dichten baltischen Mischwald einige Kilometer nördlich von Druskininkai liegt auf genauer Kompassarbeit und präzisem Mitlesen. Die Bahn der Frauen ist rund 8 Kilometer lang und umfasst ca. 220 Höhenmeter und – je nach Heat – 23 oder 24 Posten. Die Herren-Bahn ist knapp 10 Kilometer lang und mit 310 Höhenmetern gespickt. Hier sind 25 oder 26 Posten anzulaufen. Die Top 20 aus jedem der jeweils drei Vorläufe buchen ihr Ticket für das A-Finale über Lang- und Mitteldistanz.

Foto: EOC / Mantas Jusas

Bei den Frauen muss Lina, die zuletzt immer wieder muskuläre Probleme im Bereich des Oberschenkels hatte, aufgeben. Unserer Bundesheer-Sportlerin Ylvi passieren zwei große Fehler mit entsprechendem Zeitverlust. Sie belegt in ihrem Vorlauf den 29. Platz und startet am Donnerstag im Langdistanz-B-Finale. Mit einem Top Ten-Ergebnis kann man sich für das Mitteldistanz A-Finale am Samstag qualifizieren.

Foto: EOC / Egle Jasiukaityte

Am besten kommt Nico bei kühlem und feuchtem Wetter mit den Anforderungen zurecht. Bei den Männern kämpfen in jedem Vorlauf jeweils knapp 60 Athleten um einen Platz unter den besten Zwanzig. Nico schafft im eleganten Retro-Beinkleid das mit dem 18. Platz und kann morgen im Langdistanz A-Finale voll angreifen: „Ich bin zufrieden mit meinem Lauf und wie ich meinen Plan umgesetzt habe. Der Wald war großteils recht offen und schnell belaufbar, präzise Kompassrichtung und ein gutes Gefühl für das Relief waren heute wichtig“.  

„Ich bin froh mein erstes Ziel – die Qualfikation für das A-Finale – erreicht zu haben und freue mich auf die restliche Woche.“

Mit ihm freuen sich aus österreichischer Sicht vor allem Anna Gröll [OLC Graz] und Mathias Peter [OLC Graz], die auch den Sprung in die Langdistanz-Medaillenentscheidung geschafft haben. Morgen Donnerstag beginnt der lange Wettkampftag um 10.35 Uhr, die internationale TV-LIVE-Übertragung ist ab 11.20 Uhr in ORF Sport Plus zu sehen.