EM 2026: Laufen, Leiden, Litauen
Bei den European Orienteering Championships [EOC] in Druskininkai in Litauen laufen Tove Alexandersson [SWE] und Kasper Fosser [NOR] über die Langdistanz zu den ersten beiden Goldmedaillen. Im Schatten der Superstars können am 24. September 2026 auch Nico und Ylvi ihre Leidensfähigkeit zeigen und sich dafür belohnen. Nico mit dem 39. Platz und 12 Weltcuppunkten, Ylvi mit dem Aufstieg ins Mitteldistanz-A-Finale.

Was könnte man nicht alles in Druskininkai machen. Man könnte eines der alten Thermalbäder besuchen, wenn man auf Ruhe und Erholung steht. Hier gab es schon eine Wellness-Tradition, da hat man das Wort noch gar nicht gekannt. Wer mehr auf lautes Wasser steht, könnte sich im größten Aquapark des Baltikums austoben und wer Spaß im Schnee bevorzugt, könnte in der Schihalle seine Schwünge in den Kunstschnee zaubern, nachdem man direkt aus der Stadt auf den nur 60m höher gelegenen Gipfel geschwebt ist. Aber warum soll man es sich gut gehen lassen, wenn auch eine EM-Langdistanz zur Auswahl steht. Langdistanz: Das ist der herausfordernde Gipfel in unserem Sport.

Es ist ein Ausflug ins Grüne. Nur wer genau schaut, findet auf der Karte auch weißen Wald. Das Wettkampfgelände ist ein Freiluftmuseum der Einschränkungen. Die Sicht ist oft eingeschränkt durch Blätter und Bewuchs, die Laufgeschwindigkeit durch dicht gedrängt stehende kleine und oft auch dicht gedrängt liegende große Bäume, sowie viele Dickichte. Aber wem es gelingt, der kann sich trotz aller Härten der Aufgabe auch Spaß am Wettkampf erarbeiten. Ylvi fasst auf Strava ihr Rennen diesbezüglich so zusammen:
„Alter, war das hart. Aber irgendwie trotzdem geil“.
Unsere Bundesheer-Sportlerin ist im B-Finale im Einsatz und mit dem Wunsch unterwegs, in die Top Ten zu laufen. Denn die besten 10 qualifizieren sich für das Mitteldistanz-A-Finale am Samstag. Und dieser Wunsch geht in Erfüllung. Ylvi ist 1 Stunde und 51 Minuten unterwegs, am Ende des harten Tages sind ihr der 5. Platz im B-Finale und der Aufstieg gewiss: „Ich bin sehr erleichtert nach der Qualifikation. Über die Langdistanz ist es schon sehr viel wert, wenn man technisch sauber gut durchkommt. Das ist mir heute gelungen. Ich bin sehr happy, dass ich am Samstag im A-Finale starten darf“ sagte sie im ORF-Interview.

Nico ist einer von zwei ÖFOL-Athleten im A-Finale der Männer. Auch für ihn ist es ein harter Tag im Baltikum. Er läuft ein solides Rennen, arbeitet sich auf der 17 Kilometer langen Bahn mit 440 Höhenmetern knapp an die Top 30 heran, nach 1 Stunde und 48 Minuten läuft er müde vom Tagewerk ins Ziel. Sein 39. Platz ist das beste österreichische Ergebnis, bringt ihn deutlich in die Weltcuppunkte, aber auch an die Grenze seiner Leidens- und Leistungsfähigkeit: „Technisch war es bis auf 2 Posten ein sauberer Lauf. Aber physisch habe ich bald gemerkt, dass ich nicht fit war in den letzten 2 Wochen. Obwohl ich Krämpfe bekommen habe, konnte ich meinen Lauf ganz gut ins Ziel retten“. Langer Interview-Rede kurzer Sinn:
„Ich bin ein bissl fertig.“
Kein Erfolgserlebnis hat Lina. Nachdem sie gestern während der Qualifikation mit muskulären Problemen aufgeben musste, konnte sie heute im B-Finale nicht an den Start gehen. Am Wochenende warten noch zwei Chancen.

Am Samstag werden die European Orienteering Championships [EOC] mit den Medaillenentscheidungen über die Mitteldistanz fortgesetzt. Mit Ylvi & Nico im A-Finale, das ab 11.40 Uhr LIVE in ORF Sport Plus zu sehen ist. Morgen am Freitag steht Erholung auf dem Programm. Da gibt es ja in Druskininkai abgesehen von Massage & Physiotherapie Gott sei Dank viele Möglichkeiten.

