Ein vierter Platz ist nicht genug
Im Sport ist es eher ungewöhnlich, dass man mit einem 4. Platz zufrieden ist. Noch viel ungewöhnlicher ist es, wenn man damit und einem weiteren 4. Platz am selben Wochenende zufrieden ist. Dieser Fall ist allerdings am 09. und 10. Mai 2026 bei den Schweizer Meisterschaften im Sprint und der Mixed-Sprint-Staffel eingetreten. Für Ylvi gab es bei diesen zwei Rennen an zwei Tagen zweimal den 4. Platz. Die Zufriedenheit übertraf den Ärger aber deutlich.

In Lausanne, wo das internationale Olympische Komitee seinen Sitz hat, sorgten über 225 Teams bei den Schweizer-Meisterschaften in der Mixed-Sprint-Staffel für ein OL-Spektakel. Die Bahn im Stadtteil Ouchy führte durch Schulgebäude, am olympischen Museum vorbei und auch am Ufer des Genfersees entlang. Ylvi lief für OLC Cordoba die Startstrecke. Nach knapp 13 Minuten kam sie als erste zurück in die Wechselzone und schickte ihren Freund Timo ins Rennen, der das Quartett bis zum zweiten Wechsel in Führung halten konnte. Das Rennen war spannend bis zum Schluss, Ylvi belegte mit OLC Cordoba den 4. Platz, nur 19 Sekunden fehlten auf den 2. Platz: „Das war eine wirklich gute Leistung. Von mir und von unserem kompletten Team“ fasste Ylvi den Samstag zusammen.

Am Sonntag folgten die Schweizer-Meisterschaften im Sprint im historischen Herzen von Lausanne. Der Tag begann außergewöhnlich. Der Vorstart befand sich im Palais de Rumine, einem Museums-Palast im Renaissancestil. Neben ausgestopften Eisbären, Krokodilen und Schlangen mussten sich die Läuferinnen und Läufer auf ihr Rennen konzentrieren. Denn kaum aus dem Gebäude gestartet, erwartete sie die erste Routenwahl. Neben vielen Höhenmetern waren alle Läuferinnen und Läufer bei einigen mehrstöckige Passagen, also Multi-Level-Abschnitten, extrem gefordert.

Genau dort hatte Ylvi, wie auch andere starke Athletinnen, einige Probleme. „In welcher Ebene sitzt der Posten, oben oder unten? Das war die Frage, die ich beim ersten Blick auf die Karte nicht immer genau beantworten konnte“ kommentiert sie den Zeitverlust bei den betreffenden Posten. „Gut war, dass ich aber nach meinen Fehlern meist schnell reagiert habe“. Auch die eine oder andere Routenwahl war nicht optimal, so erreichte Ylvi in diesem Rennen, das für die Schweizerinnen auch ein Quali-Lauf für den Weltcup in Schweden war, auch den 4. Platz.

„Ich bin auch mit diesem Rennen zufrieden. Was mich ärgert, sind die 2 Sekunden, die auf den 3. Platz fehlen“ schließt Ylvi ihr Wochenende in Lausanne ab. Auch die zweitplatzierte war nur 10 Sekunden schneller als unsere Wahl-Schweizerin. Der Sieg ging – wie erwartet – an Simona Aebersold.


