Weltcup in Schweden: K.O.-Sprint
Die Orientierungslauf-Elite versammelt sich in dieser Woche in Schweden. In Lidköping und Skara stehen für Damen & Herren jeweils drei Weltcup-Rennen auf dem Programm. Der Auftakt am 28. Mai 2026 bringt für unser Naturfreunde Wien-Trio unterschiedliche Ergebnisse. Im K.O.-Sprint stellt Ylvi mit dem 25. Platz ihr bestes Weltcup-Ergebnis ein, während Tina & Nico in der harten Qualifikation scheitern.
Nach beschaulichen 93Kilometern hat der Fluss Lidan sein Ziel erreicht, das bräunliche Wasser verabschiedet sich in der Stadt Lidköping in den Vänern, den größten See Schwedens. Nach harten 2,5Kilometern haben die 110 Läuferinnen aus über 30 Nationen das Ziel erreicht. Wer nur das Ziel, aber nicht sein Ziel, nämlich einen Platz in den Top 12 jedes der K.O.-Sprint-Qualifikationsläufe erreicht, der verabschiedet sich vom ersten Wettkampf, bevor er so richtig begonnen hat.

Ylvi schafft es als gute 9. ihres Qualifikationslaufes, sich für das K.O.-Sprint-Viertelfinale zu qualifizieren: „Die ersten 5 Minuten war ich genauso schnell wie Pia Young Vik, dann habe ich kleine Fehler gemacht. Aber das erste Ziel, den Aufstieg in die K.O.-Phase habe ich geschafft“. Ihr Rückstand auf die Laufsiegerin aus Norwegen beträgt 22 Sekunden. Tina belegt in ihrem Lauf den 21. Platz und ist bei ihrer Rückkehr in den Weltcup mit diesem Ergebnis und dem Zeitrückstand von 1min.14sec. nicht unzufrieden. Überhaupt nicht nach Wunsch verläuft der Donnerstag für Nico. Bei den Männern kämpfen 135 Athleten um die 36 Viertelfinal-Startplätze. Nico ist nach vielen kleinen Fehler als 32. seines Laufes nicht darunter, sein Rückstand ist viel zu groß.

Die meisten historischen Gebäude der alten, mittelalterlichen Stadt Lidköping sind im großen Brand von 1849 zerstört worden. Der neuer Teil der Stadt hat einen rechtwinkeligen Grundriss mit einem ungewöhnlich großen Hauptplatz, dem Nya Stadens Torg, dort befindet sich auch die Arena des K.O.-Sprints. Den „Neustadtplatz“ erreichen alle an diesem Tag nach durchwegs ungegabelten Läufen, es gibt auch keine Runners-Choice. Dieser Umstand sorgt nicht bei allen für Begeisterung.

Am späten Nachmittag beginnt dann die Entscheidung. Ylvi läuft im fünften Viertelfinale. Nur die Top 3 steigen jeweils ins Semifinale auf. Diesen Traum kann sich Ylvi (noch) nicht erfüllen: „Das Tempo war von Anfang an extrem hoch, ich war sofort am Limit. Zu Posten 2 haben wir nicht die beste Route gewählt. Ich habe das zwar erkannt, mich aber so früh im Rennen nicht getraut, alleine anders zu laufen.“ Nach der Überquerung des Lidan wählt sie zu Posten 4 gemeinsam mit der Polin Olejnik einen anderen Weg als der Rest der schnellen Gruppe: „Zunächst dachte ich, gut, wir sind zu zweit, das hilft. Allerdings war unsere Route nicht optimal, wir blieben weiter ein paar Sekunden hinter der Spitze“. Ylvi kommt als 5. ins Ziel, 16 Sekunden hinter der Laufsiegerin Pia Young Vik aus Norwegen.

Im großen Finale setzt sich Hedvig Valbjörn Gydesen [DEN] vor Simona Aebersold [SUI] und Karolin Ohlsson [SWE] durch. Für Ylvi, die stärkste Österreicherin, wird es der 25. Platz und somit die Einstellung ihres besten Weltcup-Ergebnisses im K.O.-Sprint. Immerhin. Nach einem Ruhetag wird das Weltcup-Wochenende in Schweden am Samstag mit den Einzel-Sprints fortgesetzt. Ylvi, Tina und Nico sind wieder dabei, dazu freut sich auch Jannis auf sein Comeback auf höchstem Niveau. Die Männer, darunter auch die Top 3 des K.O.-Sprints: Eirik Langedal-Breivik [NOR], Joey Hadorn [SUI], Guilhem Verove [FRA] – beginnen mit ihrem Wettkampf um 15.10 Uhr, die Frauen eröffnen die Sekunden-Jagd 20 Minuten später.


