Berichte

Medaillen statt Orden

Das Pfingstwochenende 2026 hatte es in sich. Einen Tag nach der Staffel-Titelkämpfen waren wir am 24. Mai 2026 bei den österreichischen Nachwuchs- & Seniorenmeisterschaften über die Langdistanz auf dem Truppenübungsplatz Seetaler Alpe in der Steiermark schon wieder im zivilen Einsatz auf militärischem Gelände. Statt Orden gab es Medaillen. Erfreulicherweise 6x Gold, 4x Silber, 4x Bronze für unseren Verein.

Foto: Philipp Schiel / OLC Graz

Tagwache!“ Aufstehen wie in der Grundausbildung um 6 Uhr ist zu früh, aber gar nicht so viel. Schon ab 7 Uhr gibt es im Speisesaal Frühstück „Made by österreichisches Bundesheer“, es ist gar nicht so schlecht. Wohnen im Wettkampfzentrum auch nicht. Wir haben die Wahl zwischen fester Unterkunft oder Leben im Felde, das ist Camping in Militärsprache.

Nach der Stärkung „stellen wir die Abmarschbereitschaft her“ und schlüpfen wir in unsere Uniformen: Naturfreunde Wien-Lauftrikot, OL-Hose, Stutzen, Spikes. Wir „überprüfen unsere Ausrüstung“: Kompass, SI-Chip, Postenbeschreibungshalter. Alles da, wir können ins Manöver ziehen. Der Dienstplan sieht sportliche Alpinausbildung im Rahmen der österreichischen Langdistanz-Meisterschaften vor. Der Tagesbefehl für unseren in Zugstärke ausrückenden Verein lautet: Spaß und Erfolg haben. Diesen Auftrag führen wir gerne & zuverlässig aus.    

Foto: Philipp Schiel / OLC Graz

Zeitlose Idylle und militärische Gegenwart sind am Hochgebirgs-Truppenübungsplatz Seetaler Alpe Nachbarn, wohnen Tür an Tür. Der Start zu den österreichischen Meisterschaften über die Langdistanz befindet sich im Sterngassl, einem lieblichen Wiesenweg, der in den lichten Fichten- Lärchen und Zirbenwald hineinführt. Gleich neben dem Sterngassl befindet sich der Übungshandgranatenwurfstand 67. Dann lieber Sterngassl, dort können wir ja zum großen sportlichen Wurf ansetzen. Wir, die über 70 Läuferinnen und Läufer unseres Vereines.

Allerdings hat auch die Sterngassl-Idylle ein jähes Ende. Nach ca. 200 Metern stellt sich der Wiesenweg gefühlt senkrecht auf und führt direkt zu den Sternen. Zumindest zu jenen, die vor Anstrengung vor den Augen tanzen. Aber die Kletterpartie hinauf auf rund 1.800 Meter Seehöhe lohnt sich.

Foto: Philipp Schiel / OLC Graz

Die hochalpine Landschaft rund um die beiden Winterleitenseen ist genau das, seenswert. Wir klettern über Blockfelder, wie stapfen durch Sümpfe, wir queren wilde Bäche. Wir laufen auf bemoostem Bergwald-Boden hinunter zum Ziel in der Kaserne. Wir lieben, was wir tun.  

Mit einem lauten Hurra“ treten wir nicht vom Dienst ab sondern zur Siegerehrung an. Denn es gibt nach dem Tag auf dem Berg viel Grund zur Freude. Bei den österreichischen Langdistanz-Meisterschaften gibt es Goldmedaillen für Mika [D-18 Elite], Lauri [H-18 Elite], Josef [H65-] und Herwig [H85-]. Sieg & Titel holen sich auch Marina [D45-], mit1 Sekunde Vorsprung auf Ex-Weltmeisterin Lucie Rothauer, sowie Vera [D60-] mit 548 Sekunden Vorsprung.

Foto: Philipp Schiel / OLC Graz

Silbermedaillen bekommen Stella Marie [D-18 Elite], Dinah [D50-], Ferri [H60-] und Matilda [D-16 Elite], der nur 4 Sekunden auf Platz 1 fehlen. Bronzemedaillen überreicht bekommen Albert [H-12], Peter [H60-], Ernst [H80-] und Ferdinand [H85-], der 9120 Sekunden unterwegs war. Neben den Medaillen werden für Leistung Schmankerl aus dem Zirbenland überreicht.

Dienstschluss!“ Betroffene berichten, dass es in ihrer Bundesheer-Vergangenheit selten so angenehme SamSon-Wochenend-Dienste gab wie bei unserem Pfingstausflug. Nach der Körperpflege und dem Abendessen sitzen wir noch gemütlich beisammen. Im Soldatenheim werden gegen Bezahlung Schmankerl aus dem Zirbenland überreicht, unter anderem Zirbenbier, Zirbenspritzer und Zirbenschnaps. „Ja, sehr gerne“. Aber vielleicht nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Denn es gilt die Kampfkraft zu erhalten. Wir haben am Montag auch noch Dienst. Dann im Rahmen des Austria Cups, über die Mitteldistanz.