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Berichte

Tio Mila 17.04.2009

10 Mila 2009 – Wie aus einer „langen Nacht“ drei Kurze wurden…


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Unsere Vereinsstaffel nach dem Wettkampf

Als 1. Österreichischer Verein haben wir es heuer geschafft, eine eigene 10Mila Staffel zu stellen, um so gemeinsam mit 348 anderen Staffel in der Schwedischen Nacht um Spitzenplätze zu kämpfen:

17.04.09 08:47 Flughafen Wien-Schwechat: gut gelaunt und bis in die Zehenspitzen motiviert trafen die ersten Läufer, Ferri (alias lagledare) Gassner, Felix Hofstätter und Joachim und Ernst Bosina der Vereinsstaffel der Naturfreunde Wien ein. Mit nur geringem Rückstand stießen auch schon die nächsten Teammitglieder dazu: Thomas Radon und Christian Arbter machten das Team fürs erste komplett. Um uns schon bei der Anreise von den Besten der Besten die Vorbereitung abschauen zu können nahmen wir nicht die Direkte, sondern flogen mit einem Zwischenstopp in Zürich nach Kopenhagen. Dort holte uns auch schon bald Peter Bonek ein, und ohne zuviel Zeit zu verlieren ging es mit einem Minibus in Richtung Schweden. In Perstorp angekommen bezogen wir einmal unser Quartier für die Nacht in einer Schule. Seinen ersten Kontakt mit Schwedischem Wald erlebte Felix dann beim darauffolgendem Training an der Grenze zum eigentlichen 10Mila Wald. Die Eindrücke waren durchwegs positiv, der Wald gleicht eher einer Mischung aus Wienerwald, Waldviertel und Dunkelsteiner Wald, denn dem typischen schwedischen Gelände. Am Abend stärkten wir uns noch mit einer Pizza, ehe es früh ins Bett ging, um für die nächste Nacht ausgeruht zu sein. Den daraufolgenden Vormittag nutzten wir, um den Söderasen Nationalpark zu besuchen. Auch wenn es teilweise sehr heimisch ausschaute, waren wir doch einige Kilometer entfernt und konnten fast das Wettkampfgebiet überblicken.

Ein kurzer Blick in den Wald in der Nähe des Wettkampfgebietes

IMG_3717Anschließend ging es zum Parkplatz und dann nahmen wir, ausgerüstet mit Rucksack, Tasche oder doch einem Rollkoffer die 2 Kilometer ins Wettkampfzentrum in Angriff. Vereine, ausgerüstet mit Kleinküchen gaben uns gleich einen Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten 24 Stunden erwarteten würde. Wir waren nur mit kleinem Gepäck und Schlafsack zur Nächtigung in einem Militärzelt angereist. Gesehen wurden aber auch Heizlüfter, riesige Partyzelte und eigene Vereinsbereiche, die sogar am Lageplan eingezeichnet waren. Im Laufe des Tages fanden dann die Staffeln für die Offene Kategorie, Jungendliche und Damen statt, während wir langsam im Wettkampfstimmung kamen. Währendessen stießen auch Roland Arbter, Thomas Hlosta und Lukas Bosina zu unserem Team und machten es so komplett. Gegen 21 Uhr brach dann die Nacht herein, die für uns diesmal nicht sehr erholsam wurde. Um 21:30 dann der Knall der Pistole: 349 Staffelläufer ließen den Wald für kurze Zeit wie am Tag erscheinen, ehe sie hinter dem nächsten Hügel verschwanden.

 

Der Massenstart der Herren um 21:30

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Für uns ging Peter als erster ins Rennen, es folgten Ferri, Christian, Roland, Lolli, Ernst, Felix, Joachim, Lukas und Thomas. Um nicht nur dabei zu sein, sondern auch mitten drin steckten wir uns einige Ziele für diese Nacht: das erste und wichtigste: nicht verstempeln! Nicht in den Massenstart und der Einser als erste Stelle unserer Platzierung waren unserer weiteren Ziele. Während Peter im Wald schon um die vordersten Plätze kämpfte, bereiteten wir uns in unserem Zelt (direkt neben dem Zieleinlauf) auf die Nacht vor. Während wir (fast) alle schon im Zelt lagen konnten wir hautnah mithöhren, wie Gernot Kerschbaumer als Erster von der Startstrecke zurückkam und mit 30 Sekunden Vorsprung seinem Teamkollegen von Helsingin Suunnistajat übergab. Peter und später auch unsere anderen junggebliebenen Senioren auf den längeren Strecken hatten mit der Leserlichkeit der Karte (für sie 1:15000) etwas zu kämpfen, und kamen so anKerschi’s Erfolg nicht ganz heran.

 

 

 

Unser Militärzelt: Das Quartier für diese Nacht

IMG_3849Nach Peter folgte der nächste Routinier, Ferri auf die 2.Nachtstrecke. Anschließend schickte Christian Arbter seinen Vater auf die lange Nacht. Während sich Roli durch die schwedischen Sümpfe kämpfte, versuchten die meisten der übrigen Läufer trotz Temperaturen rund um den Gefrierpunkt und hoher Luftfeuchtigkeit (es blieb aber trocken) zu schlafen, Gemütlich war es trotz Haube und Handschuhen im Schlafsack nicht. Nach 2:50:59 hatte Roli die legendäre „lange Nacht“ bezwungen und übergab an Thomas Hlosta. Ernst Bosina, der von ihm zu Sonnenaufgang übernahm, legte den Turbo ein, bewies seine Schweden-Erfahrung und konnte so die beste Platzierung auf einer Einzelstrecke (118.) erreichen. Felix Hofstätter übernahm und übergab noch mit komfortablem Abstand zum Massenstart an Joachim Bosina, dem ebenfalls ein sehr guter Lauf gelang. Lukas Bosina und Thomas Radon mussten dann aber in den Massenstart. Nachdem sie das Gemetzel zu Beginn (die Startenden liefen den Einlaufenden entgegen, im engen Schlauch kam es immer wieder zu Rempeleien) überstanden hatten, gelangen beiden gute Läufe, bei denen aber vor allem der L-Aspekt des OL im Vordergrund stand. Thomas Radon gelang eine der besten Zeiten jener Läufer, die im Massenstart auf die 10. Strecke gegangen waren (jene Läufer, die schon vorher gestartet waren, hatten eine deutlich längere Strecke).

Roland beim Sonnenaufgang: Die lange Nacht ist bezwungen!

IMG_3858Am Ende konnten sich die Naturfreunde auf Platz 212 klassieren und waren mit dem Ergebnis sehr zufriede, auch wenn wir nicht alle unserer Ziele erfüllen konnten. Letztlich lieferten wir alle aber eine sehr konstante Leistung. Bei einer Laufzeit von 13:42:35 trennten uns schlussendlich ca. 31 Minuten auf den erhofften 199. Platz. Unserer Vereinsläufer Simon Arbter, für Lillomarka O-lag am Start, und seine Schwester Anja, für Eksjö SOK in der Jugendklasse gestartet, konnten auch ihr Können unter Beweis stellen. Auf der Rückreise machten wir noch beim Fußballstadion in Gudmuntorp halt, bei dem wir unseren guten Trainingszustand unter Beweis stellten. Etwas verspätet kamen die Meisten von uns wieder in Wien an, mit neuen Erfahrungen und voller Vorfreude auf die restliche OL-Saison!