Grenz-Geniales ÖSTM-Ergebnis
Wer im Sport erfolgreich sein will, muss an die Grenzen gehen. In unserem Fall ist das die Grenze von Österreich zu Tschechien. Nur einen Kilometer davon entfernt, in der Skiarena Sternstein bei Bad Leonfelden, können wir bei den österreichischen Langdistanz-Staatsmeisterschaften gleich drei Medaillen für unseren Verein bejubeln. Bei den Männern läuft Nico an diesem 12. September 2026 zur Goldmedaille, bei den Frauen wird Tina mit der Silbermedaille und Corinna mit der Bronzemedaille ausgezeichnet. Grenzgenial!

Da sind wir also wieder. Im Grenzbereich. Jenseits der Grenze haben wir im August im Rahmen unserer Vereinsreise die Publikumsläufe beim Weltcup-Wochenende in Viššy Brod genossen. Diesseits der Grenze schlagen wir neben der Talstation des Sternstein-Express unser Lager auf und die Naturfreunde Wien-Beachflag in den Mühlviertler Boden. Mehr als 60 Läuferinnen und Läufer unseres Vereines bewegen sich am 12. September 2026 entlang der Grenze zwischen Sommer und Herbst und freuen sich auf die zu erwartend steile Langdistanz.

Vor dem Start ziehen wir die Grenze zwischen Austria Cup und Staatsmeisterschaft. Zweiteres bekommen Tina, Corinna, Livia, Nico & Florian. Bei den Herren wird die 13,9km lange Bahn mit rund 600 Höhenmetern allen Läufern helfen, ihre Grenze kennenzulernen. Auch bei den Damen sind die Bahndaten mit 9,6 Kilometern und 400 Höhenmetern spektakulär. Wir schauen auf zu unserem NFW-Elitequintett und wir schauen auf zum Sternstein.

Vor rund 300 Millionen Jahren kannten hier die Kräfte der Gebirgsbildung keine Grenzen. Bester Weinsberger Granit wurde kilometerhoch aufgefaltet und aufgetürmt. Heute ragt der Sternstein immerhin noch 1125m über das Meer. Bei den Herren ist gleich zwischen Posten 1 und 2 der Gipfel erstmals im Weg. Nach Posten 4 sieht Nico [Herren 21- Elite] dann auch die Sternsteinwarte, die Gipfelwiese und die umgebenden Felsformationen ganz aus der Nähe. Und wir sehen bald, dass sich der Kampf um Staatsmeistertitel auf zwei Kandidaten eingrenzen lassen kann. Nach 20 Minuten führt unser Bundesheer-Sportler, aber nur 2 Sekunden vor Lukas Novak [Leibnitzer AC].

In weiterer Folge wächst der Vorsprung bis auf 2 Minuten. Von Posten 14 zu Posten 15 erwartet die Athleten eine weitere lange Routenwahl, bei der auch alle Skipisten zu queren sind. Nico behält die Führung, aber bei Posten 21 ist Lukas Novak wieder dran. Nach 87 Minuten Laufzeit trennen die beiden nur 20 Sekunden. Bei Posten 22 sind es nur mehr 6 Sekunden. Die Spannung grenzt an Wahnsinn. Nico kann im Finale den steirischen Angriff abwehren und den Ambitionen seines Gegners entscheidende Grenzen setzen. Nach 95 Minuten und 45 Sekunden jubelt unser derzeitiger Naturfreunde Wien-Top-Athlet über seinen ersten Langdistanz-Staatsmeistertitel. Mit nur 38 Sekunden Rückstand gewinnt Lukas Novak [Leibnitzer AC] die Silbermedaille. Florian belegt den 10. Platz.

Auch bei den Damen fließt der Staatsmeisterschafts-Schweiß. Und wie bei den Herren ebenso in unterschiedliche Richtungen. Grund dafür ist die europäische Wasserscheide, die über den Gipfel des Sternstein verläuft. Verliert man am Nordabhang Flüssigkeit, dann wird diese vom Boden in die Bäche und von dort über die Moldau und die Elbe und weiter in die Ostsee transportiert. Transpiriert man am Südabhang des Sternstein, dann gelangen die Schweißtropfen über die große Mühl in die Donau und so ins Schwarze Meer. Im Kampf um die Medaille muss Tina [Damen 21- Elite] – zumindest sprichwörtlich-nie schwitzen. Von Beginn an ist sie gut und in den Top 3 unterwegs. Nach 105 Minuten und 34 Sekunden steht fest, Tina ist Vizestaatsmeisterin. So gut war sie bei Langdistanz-Titelkämpfen noch nie. Dahinter erlebt auch Corinna eine vielbejubelte Premiere, sie erobert nach 129 Minuten und 52 Sekunden die Staatsmeisterschafts-Bronzemedaille. Bei Livia hält sich die Begeisterung in Grenzen, sie muss an diesem Tag das Rennen leider aufgeben.

Grenzenlos ist an diesem sonnigen Samstag hingegen unsere Freude über Top-Leistungen im Austria Cup. Das Naturfreunde Wien-Orienteering Team verewigt sich in der Ergebnisliste mit 7 Siegen und insgesamt 19 Podestplätzen. Der Erfolgsnachweis liest sich so: 1. Platz für Mika [Damen-18 Elite], Denise [Offen kurz], Babsi [D45-], Manuela [D55-], Vera [Damen 60-], Ferri [H60-] & Herwig [H85-]. 2. Platz für Adam [H-14], Albert [H-12], Marina [D45-], Peter [H60-], Anton [H21- lang], Jana [D Hobby] & Tim [H Hobby]. 3. Platz für Iris [D-18 Elite], Katja [D55-], Wolfgang W. [H55-], Birgit [D60-], Inge [Damen 70-] & Ernst [H80-].

Neben unseren Austria Cup-Podestläuferinnen und -läufern stehen bei der grenzwertig langen Siegerehrung natürlich vor allem Nico, Tina & Corinna lachend im Mittelpunkt. Und wir Wiener Naturfreunde lachen alle mit. Schlechte Laune grenzen wir einfach aus, denn drei Staatsmeisterschafts-Medaillen für unseren Verein sind – ganz besonders in Abwesenheit von Anika, Erik, Flo, Jasmina, Jannis, Lina & Ylvi – vor allem eines: grenzgenial!


