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WM-K.O.-Sprint: Das war der Hammer

Der Tag, der bei den World Orienteering Championships [WOC] 2026 in Genua für den meisten Gesprächsstoff und die intensivsten Diskussionen gesorgt hat und noch sorgen wird, ist vermutlich der 10. Juli 2026. Was wie ein klassischer Freitag, an dem viele schon das Wochenende vor Augen haben, begann, brachte einen denkwürdigen K.O.-Sprint mit vielen Szenen, die wir so noch nie gesehen haben. Das war der Hammer. Mittendrin waren Ylvi und Nico, die das Viertelfinale erreichen konnten und am Ende beide den 25. Platz belegten.  

Fotio: IOF – Mikes Kiss

Das Leben schreibt oft eigene Geschichten. Wie jene der jungen Bürgermeisterin von Genua. Silvia Salis gründete vor ein paar Jahren ihre eigene Bürgerliste und wurde wenig später zur Stadtchefin von Genua gewählt. Stellt sich die Frage, ob die 40jährige beim Verfolgen der heutigen K.O.-Sprint-Semifinalläufe gedacht hat: „Das ist ja der Hammer!“.

Foto: IOF – Kristina Lindgren

Alles der Reihe nach: es beginnt im historischen Stadtzentrum mit den gegabelten Viertelfinal-Läufen. Bei den Damen hat Ylvi zunächst die drei Loops zu absolvieren. Als sehr gute Dritte ist sie dann unterwegs zu den letzten Posten. Beim Vorletzten laufen nur die Schwedinnen Sanna Fast und Karolin Ohlsson vor ihr. Platz 3 würde den Aufstieg ins Halbfinale bedeuten.

Foto: IOF – Mikes Kiss

Dann schlägt der Mann mit dem Hammer gnadenlos zu. Ylvi wählt zum letzten Posten die falsche Route und wird von Hedvig Gydesen [DEN] und Boglarka Czako [HUN] noch überholt: „Ich habe lange Zeit gar nicht gewusst, wie ich im Rennen liege. Dann habe ich gemerkt, dass ich als Dritte aus den Loops herausgekommen bin. Allerdings habe ich gespürt, dass meine Beine heute nicht so stark sind wie erhofft.

Ich glaube, auch wenn ich zum letzten Posten die richtige Route gewählt hätte, hätten die anderen mich noch überholt

Als Fünfte des Viertelfinal-Laufes wird es für sie im Gesamtklassement der 25. Platz. Immerhin persönliche WM-Bestleistung in dieser Disziplin.      

Foto: IOF – Mikes Kiss

Bürgermeisterin Salis weiß, worum es geht, wenn vom Hammer gesprochen wird, der Körper nicht mehr wie gewünscht mitspielt. Die 40-jährige war als Sportlerin 10mal italienische Meisterin. Nach ihrer Karriere arbeitete sie als Journalistin und Funktionärin, dann wechselte sie in die Politik und hat schon viele Diskussionen miterlebt. Äußerst angeregt wurden auch die Semifinali besprochen, und diese Diskussionen werden auch so schnell nicht abebben.

Foto: IOF – Mikes Kiss

Die Multilevel-Route von Posten 4 zu Posten 5 sorgte für bisher nie gesehene Szenen. Damen wie Herren liefen auf dem Platz bei Posten 4 wie „aufgescheuchte Hühner und Hähne“ auf und ab. Blieben stehen. Liefen los. Drehten um. Blieben stehen. In fast allen Läufen dauerte es gefühlt ewig, bis die Besten der Besten endlich eine Route erkannt hatten und weiterliefen. Das war der Hammer.  

Foto: IOF – Kristina Lindgren

Zu diesem Zeitpunkt ist auch Nico schon Zuschauer. Der einzige Österreicher im Rennen kommt in seinem Viertelfinale nie so richtig in den Flow: „Es war von Beginn an sehr hart, auch ich hatte heute nicht die Beine, um an der Spitze mitlaufen zu können.“ Unser Sprint-Staatsmeister kann den anderen nicht zeigen, wo der Hammer hängt. Er kommt, wie seine Schwester, auf Platz 5 ins Ziel. Das ergibt gesamt ebenso den 25. Platz und verleitet ihn zu folgender, nicht unzufriedener Bilanz:

Es war für mich eine Riesenerfahrung, erstmals in einem WM-Finale dabei zu sein und hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht

Foto: IOF – Mikes Kiss

Die Zeit bis zu den Medaillenentscheidungen wurde allen Fans auch noch mit einer Rempelei-Disqualifikation [Gydesen/DEN], einer Sperrgebiet-Disqualifikation [F. Aebersold/SUI], zwei Fehlstempel (Gustafsson/SWE & Bujdoso/HUN], einem spektakulären Sturz [von Krusenstierna/SWE] und rennentscheidenden Fehlern der Superstars Simona Aebersold und Kasper Fosser [NOR] verkürzt. Am Ende grinsten Tereza Rauturier [CZE] und Guilhem Verove [FRA] über Gold. Die beiden hatten hammermäßig abgeliefert.

Foto: IOF – Kristina Lindgren

Das hat ganz sicher auch Silvia Salis gefallen. Die Bürgermeisterin kann Top-Leistungen gut einschätzen. Sie war selbst als Sportlerin zweimal bei den olympischen Spielen und kennt auch den Druck. Die ehemalige Leichtathletin hat eventuell ab und zu die Nerven weggeschmissen, aber ganz sicher deutlich öfter ihr Sportgerät. Richtig, Silvia Salis war Hammerwerferin.