Schwedische Sommertage
Intensiver kann man den Beginn des Orientierungslauf-Sommers nicht erleben. Nachdem Mika ihre drei Rennen bei den Jugend-Europameisterschaften in Nova Gorica absolviert hatte, packte sie in Slowenien ihren Koffer ein und anschließend in Schweden wieder aus, weil sie sich auch für die Junior World Orienteering Championships [JWOC] in Karlskrona von 29. Juni bis 04. Juli 2026 qualifiziert hatte. Mika lieferte wieder ab.

Man ist jung. Man ist motiviert. Und dann ist man sogar dabei. Vielleicht fragt man sich dann manchmal aber trotzdem „warum wollte ich eigentlich unbedingt zur JWOC?“. Bis zu ffünf Wettkämpfen innerhalb von 6 Tagen. Klingt äußerst hart. Ist es auch. Die Konkurrenz ist beeindruckend stark. Die Dichte ist unglaublich hoch. All das gilt auch für die Junior World Orienteering Championships 2026 in Karlskrona. Nur die Allerbesten setzten sich in den technisch anspruchsvollen, schwedischen Wäldern und bei den schnellen und kniffligen Sprintentscheidungen durch. Will man im Spitzenfeld bestehen, müssen das Orientieren, die Laufleistung, die mentale Stärke und das Umfeld perfekt zusammenspielen.

Mika überzeugt nach einer erfolgreichen EYOC speziell in den beiden Staffelbewerben. Die Teamverantwortlichen sind voll des Lobes: „als Startläuferin zeigt sie eine beeindruckende Abgeklärtheit und bestätigt einen weiteren wichtigen Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung“. In der Mixed-Sprintstaffel fehlen ihr nach 15 schnellen Minuten nur rund 90 Sekunden auf die allerschnellsten Juniorinnen der Welt. Niemand aus dem österreichischen Quartett, das am Ende den 23. Platz belegt, ist näher dran an der Weltspitze als Mika.

Das Langdistanz-Rennen am nächsten Tag ist, wie erwartet, die härteste Prüfung bei diesen Nachwuchs-Weltmeisterschaften. Mika kämpft lange um einen Platz in den Top 80, am Ende verliert sie Zeit & Positionen und erreicht den 103. Platz. Nach einem Ruhetag folgt im flachen, aber extrem anspruchsvollen Küstenwald die Entscheidung über die Mitteldistanz. Diesmal steigert sich Mika im verlauf des Rennens, arbeitet sich von Zwischenzeit zu Zwischenzeit Platz für Platz nach vorne. Am Ende wird sie – als zweitbeste Österreicherin – mit dem 69. Platz im Feld der über 150 Juniorinnen aus aller Welt belohnt.

In der abschließenden Wald-Staffel gelingt dem heimischen Trio mit dem 14. Platz das beste Ergebnis der letzten Jahre. Auch hier läuft Mika die Startstrecke, und das bis zum Arenadurchlauf sogar sensationell. Ihr Rückstand beträgt zu diesem Zeitpunkt nur 1:18min., danach mischt sich auch Ärger über den einen oder anderen Fehler in die positiven Emotionen. Beim ÖFOL ist man dennoch mit Mika und ihren Kolleginnen Emily Adenstedt [Orienteering Klosterneuburg] und Eva Friedl [HSV Pinkafeld] zufrieden: „diese Staffel hat sich selbst den größten Lohn erarbeitet: Solche Rennen schaffen Selbstvertrauen und bestätigen, dass konsequente Arbeit langfristig belohnt wird“.

