Wunderbar hart
Bei den European Youth Orienteering Championships [EYOC] 2026 in Nova Gorica war für unser aktives Naturfreunde Wien-Nachwuchsquartett, gebildet von Mika, Matilda, Stella Marie und Lauri war nach Langdistanz am 26. Juni 2026 und Staffel am 27. Juni 2026 klar: Der slowenische Karst-Wald war herrlich, aber fordernd. Oder eben kurz gesagt: wunderbar hart.
Rund 10 Kilometer nordöstlich von Nova Gorica, mitten in den grünen Hügeln hatten sich die besten Jugendlichen versammelt, um Nachwuchs-Europameisterinnen und Europameister über die Langdistanz, und am Tag darauf in den abschließenden Staffel-Wettkämpfen zu ermitteln. Mittendrin ermittelten Mika, Matilda, Stella Marie und Lauri vor allem ihre physischen und ol-technischen Grenzen.
Der Wald mit den Langdistanz-Bahnen wird vom Veranstalter so beschrieben: „Körperlich anspruchsvolles, hügeliges Gelände mit tiefen Senken. Die Höhenlage reicht von 820 bis 1070 m über dem Meeresspiegel. Das Gebiet weist zahlreiche kleinteilige Karstformen auf, darunter Senken und steinigen Untergrund. Es handelt sich um einen Mischwald mit vereinzelten Lichtungen. Sicht und Laufbarkeit sind überwiegend sehr gut; im Gelände sind sowohl Wege als auch „grüne“ Bereiche vorhanden.“ Klingt nach klassisch-slowenischem „Karst-Spaß“.

Bis sich dieses Spaß-Gefühl einstellt, hat Mika [D-18 Elite] schon die halbe Langdistanz in den Beinen: „Mein Lauf war insgesamt nicht so gut wie ich gehofft habe. In der ersten Hälfte habe ich viel Zeit verloren, auch weil ich zwei große Fehler gemacht habe. Aber dafür ging’s in der zweiten Hälfte dann sehr gut, da war es technisch auch besser und physisch habe ich mich auch ganz gut gefühlt“. Dieses Gefühl trügt Mika nicht, in der zweiten Rennhälfte verliert sie 4 Minuten auf die Überraschungseuropameisterin Brina Kolner aus Slowenien und belegt als beste Österreicherin den 34. Platz.
Unsere EYOC-Debütantin Stella Marie [D-18 Elite] läuft ein konstantes Rennen. Die Belohnung ist der 47. Platz unter den 110 Läuferinnen: „Mein Plan war, fehlerfrei zu laufen. Am Anfang war es auch okay, bis Posten 12 hat alles ganz gut gepasst. Auf dieser langen Route war ich zu weit links, bin da einfach weiter gelaufen als ich sollte. Physisch und psychisch war es nicht ganz so gut wie ich gehofft habe.“ Nächstes Jahr nächste Chance! Hoffentlich.

Bei den älteren Burschen muss sich Lauri [H-18 Elite] als bester Österreicher mit dem 67. Platz und einem Rückstand von knapp über 30 Minuten abfinden, das fällt nicht leicht: „Am Anfang war alles ein bisschen holprig. Nach einem kleinen Fehler zum 5. Posten habe ich die Gruppe, die sich gebildet hatte, verloren. Danach kamen 2 gute Posten. Aber ab der langen Route habe ich körperlich Probleme gehabt und konnte nicht mehr richtig pushen. Technisch war’s auch nicht wirklich gut und vor allem im Postenraum habe ich viele Fehler gemacht“. Lauri kann seine lange Langdistanz-Geschichte auch ganz kurz zusammenfassen: „Es war das schlechteste Rennen seit langem von mir“.
Auch für Matilda [D-16 Elite] wurde dieser Freitag kein Feiertag. Mit dem 77. Platz bringt auch sie ihre erhoffte Leistung nicht in den Wald: „Ich habe mir vorgenommen, anfangs nicht zu viel zu riskieren, um einfach in einen guten Flow zu kommen. Das hat auch teilweise funktioniert. Leider wurde ich ab Posten 6 extrem unkonzentriert und unsicher, wodurch ich viel Zeit verloren habe. Insgesamt bin ich eher enttäuscht von meiner Leistung, da ich weiß, wie viel besser es hätte laufen können“.

Nach der Langdistanz-Prüfung folgten zum Abschluss noch die Staffel-Rennen. Leider konnte keines der österreichischen Trios ein Top 10-Ergebnis erreichen. Für Startläufer Lauri, der leistungsmäßig eine leichte Steigerung verspürt, und das enttäuschte Herren-18-Team gibt es nur den 23. Platz. Bei den Damen-16 wird Schlussläuferin Matilda als 22. in den Wald geschickt. Sie kann sogar 5. Plätze aufholen und so für das österreichische Trio den 17. Platz fixieren.
Rot-weiß-roter Lichtblick sind die älteren, jungen Damen-18. In dieser Kategorie läuft Mika stark am Start: „Ich bin als 10. mit weniger als drei Minuten Rückstand zur Übergabe gekommen. Dieser Lauf war sehr gut. Jetzt bin ich auch insgesamt wirklich happy mit meiner letzten EYOC.“ Schlussläuferin Stella Marie vollendet ebenfalls stark: „Ich für mich war das der Beste aller drei Läufe bei dieser EYOC. Heute habe ich mich auch ziemlich gut gefühlt und nur einen Fehler – gleich bei Posten 1 – gemacht. Mit der zwölftbesten Zeit auf der Schluss-Strecke holt Stella Marie drei Positionen auf und bringt Österreich auf dem 12. Platz ins Ziel.
Die Jugend-Europameisterschaft 2026 in Slowenien brachte für den heimischen Nachwuchs Licht & Schatten, Zufriedenheit & Ärger, Freude & Enttäuschung. Nicht gleich viel von alldem, wie der Blick auf die Team-Wertung zeigt. Unter den 33 vertretenen Nationen belegtz Österreich nur den 24. Platz.


