Weltcup-Tagebuch: Sonntag
Sonntag, 09. August 2026: Die intensiven Tage des langen Weltcup-Wochenendes in Viššy Brod in Tschechien wurden mit den beiden Staffel-Spektakeln abgeschlossen. Obwohl Tina und Nico [jeweils Österreich 1] als auch Lina noch einmal ihr Bestes gaben, blieb Österreich in beiden Rennen ein Top-Ten-Ergebnis in der Nationenwertung verwehrt. Die Frauen liefen auf den 11. Platz, die Männer mussten sich mit dem 13. Platz zufriedengeben.

Vielleicht hätten vor dem Rennen intensive Gebete und Einkehr geholfen. Der Kreuzweg mit dem schönen Namen Maria Rast am Stein, der am Stadtplatz von Vyšší Brod beginnt und nach 14 Marterln bei der Kapelle Maria Schnee am Hang des Martínkovský vrch endet, hätte dafür ausreichend Gelegenheit gegeben. Problem: auch der gläubigste Orientierungsläufer und die religiöseste Orientierungsläuferin hätten sich unerlaubt im Sperrgebiet aufgehalten. Denn Gottes Land war Staffelland zum Abschluss dieses Weltcup-Wochenendes.

Den Tag des Teams eröffneten die Damen. Insgesamt 41 Startläuferinnen wurden um 11 Uhr in die Hänge des Martínkovský vrch, nördlich der Arena losgelassen. Der knapp 850m hohe Aussichtsberg liegt im Zentrum eines weiteren neuen Laufgebietes inmitten des insgesamt 17km2 großen, neu kartierten Geländes nahe der österreichischen Grenze. Bei Posten 8 bis 10 hätten alle Damen eventuell kurz über den Gipfelsieg am Martinsberg gejubelt, wären sie nicht mit dem Navigieren durch die Stein- und Felslandschaft voll gefordert gewesen.

Das Trio Österreich 1 bildeten Carina Polzer [Sportunion Klagenfurt], Anna Nilsson-Simkovics [OLC Wienerwald] und Tina. Unsere Naturfreunde Wien-Nationalteamläuferin lieferte sich auf der Schlussstrecke lange ein Duell mit der Spanierin Mar Serrrallonga Rosell. Tina benötigte für ihre Runde 48:07min., konnte zwei Positionen aufholen und Österreich in der Nationenwertung auf dem 11. Platz ins Ziel bringen

Da die rot-weiß-rote Nationalmannschaft nicht genug Damen in Tschechien im Einsatz hatte, um zwei komplette Staffel-Teams zu stellen, bestand das Trio Österreich 2 einzig aus Lina, die somit in den Genuss der Startstrecke kam. Lina begann konzentriert, bis eine längere Suchaktion in den Steinfeldern unterhalb des Gipfels des Martínkovský vrch Zeit und Positionen kostete, nach 51:15min. konnte sie ihr letztes Rennen an diesem Wochenende und den Auftritt von Österreich 2 beenden.

Bei den Männern wurde Nico die Rolle des Startläufers von Österreich 1 zugewiesen. Fast 60 Athleten stürmten um 13.00 Uhr in den Wald. Nico begannt stabil, beging dann aber – auch für ihn – unerklärliche Fehler wie bei der Gabel bei Posten 4 mit eineinhalb Minuten Zeitverlust. Da ist an der Spitze des Feldes der Zug längst abgefahren und du befindest dich plötzlich in einem Waggon ganz hinten. Nico „reißt“ 4:49min Rückstand auf, die Chancen auf ein Top-Ergebnis sind dahin. Seine Kollegen Simon Tobler und Lukas Novak [Leibnitzer AC] laufen gute Rennen, Österreich 1 erreicht in der Nationenwertung dennoch nur den 13. Platz.

Vielleicht hätten nach dem Rennen intensive Gebete und Einkehr geholfen. Vielleicht hätte ein Besuch des Kreuzweges Maria Rast am Stein nach dem Rennen Trost gegeben und Hoffnung gebracht. Ganz sicher hätte man an seinem Endpunkt, bei der Kapelle Maria Schnee im Hang des Martínkovský vrch, den Panoramablick über das Moldautal und die herrliche OL-Landschaft rund um Viššy Brod genießen können. Als kraftspendenden Schlusspunkt des Weltcup-Wochenendes in Tschechien.


