Der 4. Platz, den keiner will
Früher hieß die Kampagne „Fit mach mit“, heute gibt es „Wir bewegen Österreich“. Der Nationalfeiertag hat eine lange Tradition als Tag der gemeinsamen Sportausübung. Da passen die österreichischen Mannschafts-Meisterschaft am 26. Oktober 2026 in Tobelbad perfekt ins Konzept. Wie auch 6 Medaillen für unseren Verein, darunter zwei aus Gold für Annina, Cleo & Matilda [D15-18] sowie Babsi, Birgit & Christine [D165-]. Früher wie heute galt & gilt: nicht jeder will den 4. Platz haben.

Das wird ja immer schöner. Morgendunst und Herbstnebel haben gegen die Sonne keine Chance und lösen sich in und zu unserem Wohlgefallen auf. Aus den frischen 4 Grad Lufttemperatur beim Aufstehen werden 9 Grad beim Start um 10 Uhr. Wer zittert, tut das, weil Anspannung und Stress steigen. Zumindest bei den elf gut gelaunten Naturfreunde Wien-Mannschaften. An dieser Stelle könnte man auch sagen „bei den nur elf gut gelaunten Naturfreunde Wien-Mannschaften“, denn ein starkes Team haben wir leider auch in der Kategorie Urlaubende, Abwesende & Abgereiste [D+H jeden Alters]. Ferri sorgt als TD für hohen Veranstaltungs-Standard.

Der Start zur letzten österreichischen Meisterschaft 2026 erfolgt in vier Wellen, irgendwo im Wald bei Tobelbad. Auf dem Weg dorthin wird in Kleingruppen der Matchplan erarbeitet. Wer übernimmt die Detailplanung? Wie oft wechseln wir uns ab? Wie und wo erfolgt die Übergabe des Chips. Was ist Plan B, wenn wir uns am Übergabepunkt verpassen? Und dann geht’s los. Postennetz, Linien-OL, Postennetz, in diesem Rhythmus erforschen & erobern wir den Wald. Alle unsere Mannschaften versuchen, den SI-Chip möglichst schnell von Posten zu Posten zu bewegen.

Besonders gut gelingt das unseren Damen. Das Nachwuchskader-Trio Annina, Cleo & Matilda [D15-18] läuft gemeinsam auf den 1. Platz und zum österreichischen Meistertitel. Bei der Siegerehrung leuchten nicht nur die Blätter an den herumstehenden Bäumen golden, sondern zusätzlich drei weitere solche Medaillen für Naturfreunde Wien-Läuferinnen: auch Babsi, Birgit & Christine [D165-] beenden diese Meisterschaft ebenfalls auf dem 1. Platz.

Zu den aktuellen und beliebten Farben des Herbstes gehören für unseren Verein aber auch elegantes Silber & klassisches Bronze, jeweils verdichtet zu zeitlos modischen und schicken Medaillen. Wie jene für unsere Elitedamen Corinna, Mika & Tina [D19-], die gemeinsam auf den 2. Platz laufen. Außerdem verbuchen wir für unseren Verein dreimal den 3. Platz, den Marina, Natalia & Sandra [120-] sowie Josef, Ralf & Wolfgang P. [H180-] und Frederic, Martin & Tim [H210-] erreichen.

Gesprächsthema sind neben den Naturfreunde Wien–Titeln & Medaillen aber auch Axel, Boris & Lolli [H150-], die gemeinsam mit einem Trio von ASKÖ Henndorf Orienteering für den schönsten & spektakulärsten, aber vor allem sinnlosesten Zielsprint des Tages sorgen. Nach fast 80 Minuten sind beide Teams am letzten Sammelposten. Nahezu zeitgleich stürmen die sechs Beteiligten in den kleinen abgesperrten Bereich, um in der folgenden Sekunde wie eine in Panik geratene Horde wilder Wilder Seite-an-Seite dem Ziel entgegenzuwetzen. Alle sind im Vollgas-Modus, Blut wird langsamer in die Muskeln transportiert, in den Kopf ebenso. In der allgemeinen Hektik widmet sich keiner der Frage „Haben wir unseren Chip eh in die Sammelposten-Station gesteckt?“ mit dem nötigen Nachdruck.

Aber klar, jetzt werden aller von der Zielsprint-Welle mitgerissen, mit Nebensächlichkeiten kann man sich jetzt nicht aufhalten, es geht es um jeden Schritt, um jede Sekunde. Schließlich setzt sich unsere Mannschaft um Brustbreite gegen die Salzburger Gegner durch. Es war der Kampf um den 4. Platz. Um den Platz, den keiner haben will und den auch niemand der sechs Sprint-Raketen bekommt, obwohl in jeder dann doch gerne „genommen“ hätte. Hätte deswegen, weil beim Auslesen wird klar: keines der beiden Teams hat den Sammelposten gestempelt. Dafür haben alle sechs Männer ein Spektakel geboten, das auch die zusehende junge Eliteläuferin beeindruckt: „Die älteren Männer sind eindeutig am ehrgeizigsten“. Manchmal wäre weniger Ehrgeiz und mehr überlegtes Handeln der bessere Weg.

Genau das zeigen auch die weiteren Naturfreunde Wien-Mannschaften vor, die alle in die Wertung kommen. So beenden Adam, Lorin & Reto [H-14] und Fabian, Peter & Maksym [H15-18] die österreichischen Mannschafts-Meisterschaften auf dem jeweils 6. Platz. Für Florian, Thomas & Hannes [H19-] endet der Tag auf dem 7. Platz. Und was den 4. Platz betrifft: In Tobelbad sind das Manuela, Petra & Renate [D165-]. Irgendwer muss den Job ja übernehmen.

