Berichte

Zwischen dem Gebirge & dem Meer

Die Austria Cup-Saison 2026 begann nach der Mittagspause. Ein paar Stunden, nachdem wir uns in Purbach am Neusiedler See über unsere Staffel-Erfolge freuen durften, tickte die Uhr für 70 Läuferinnen und Läufer unseres Vereines am 14. März 2026 beim Sprint schon wieder.  Abgeschlossen wurde das Wettkampf-Wochenende im Burgenland am 15. März 2026 mit einem Langdistanz-Rennen. Zwischen dem Gebirge und dem Meer war an beiden Tagen ausreichend Platz für 18 Siege unseres Naturfreunde Wien-Orienteering Teams.

Es gibt in Purbach weder Gletscher noch Almen, auch keine Gipfel im eigentlichen Sinne. Ozeane sucht  man ebenso vergeblich. Dennoch sind wir an diesem sonnigen Wochenende im Burgenland zwischen dem Gebirge und dem Meer gelaufen. Also zumindest zwischen dem Leithagebirge und dem „Meer der Wiener“. Dieser Slogan wurde vor 100 Jahren erfunden und sollte Gäste aus der Bundeshauptstadt an den Neusiedlersee locken. Es funktioniert noch immer und so erkunden wir am Nachmittag des 14. März 2026 mit dem ersten Austria Cup-Sprint des Jahres das Zentrum der Kleinstadt Purbach.    

Rasch folgen die ersten Posten und schon sind wir im alten Stadtkern mit der historischen Stadtmauer. Bei unseren Routenwahlen sind nicht nur die alten Stadttore (Das Brucker Tor, das Ruster Tor und das „Türkentor“) einzubeziehen, sondern auch geöffnete Scheunen und der Durchgang beim Stadtsaal zu berücksichtigen. Zahlreiche Sperren, auch rund um die Pfarrkirche sorgen für zusätzliche Problemstellungen. Auf den längeren Bahnen gibt es zum Drüberstreuen am Ende noch einige schnelle Posten, die zum Überlaufen einladen, in einer modernen Wohnanlage.     

Am besten kommen Nico [H21- Elite], Ylvi [D21- Elite], Lotte [D-10], Serge [H-10], Adam [H14-], Lauri [H-18 Elite], Aline [D21 Lang], Johnny [H21 lang], Marina [D45-], Wolfgang W. [H55-] und Josef Z. [H65-] zurecht. Sie sprinten in ihren Kategorien zum Tagessieg im Austria Cup. Schnell & sicher unterwegs sind auch Albert [h-12], Mika [D-18 Elite], Samuel [H40-], Babsi [D45-], Vera [D60-], Ferri [H60-] & Petra [Neulinge], sie erreichen jeweils den 2. Platz. Freuen können sich auch Vicky [D-10], Riki [D55-], Christiane [Neulinge], sie laufen auf den 3. Platz.

Alle unsere Top-Sprinter haben während des Rennes keine Zeit, das Purbacher Wahrzeichen, die Figur eines Menschen auf dem Rauchfang eines kleinen Hauses, zu bewundern. Der Überlieferung nach schlief ein türkischer Soldat seinen Rausch aus, als seine Truppen nach der Belagerung 1532 Purbach bereits verlassen hatten. Aus Angst vor den Purbacher Bauern versteckte er sich im Rauchfang. Er wurde jedoch entdeckt und durch ein Feuer im Kamin gezwungen, aus dem Rauchfang zu klettern. Er wurde dem Besitzer des Hauses als Knecht übergeben.  

Ob der neue, unfreiwillige Mitarbeiter in der Folge auch öfter in der historischen Kellergasse von Purbach anzutreffen war, ist nicht überliefert. Am 15. März 2026 können wir auf dem Weg zum Start die vielen Weinkeller bewundern. Hier reift seit Jahrhunderten der fruchtige Weißwein, der an den Südhängen des Leithagebirges gelesen wird. Auch wenn es ein paar Kilometer weiter nördlich einen Schilift gibt, das Leithagebirge ist kein klassisch-alpines Gelände. Es ist ein bewaldeter Höhenrücken, der die Flachland-Lücke zwischen den Alpen und Karpaten schließt und gleichzeitig das Wiener Becken von der pannonischen Tiefebene trennt. Und die Spreu vom Weizen während unserer steilen Austria Cup-Langdistanz in Purbach.

Zunächst ist das Gelände offen und von Wiesen, kleinen Waldstücken und Weingärten geprägt. Auf vielen Bahnen sind vor allem die ersten Kilometer hart, weil bergauf. Oben angekommen stellen wir atemlos fest, dass der Wald in manchen Bereichen sogar schön zu belaufen ist. Dafür sind dann die teilweise sehr steilen Bergab-Passagen weniger Genuss. Jedenfalls hatte der Bahnleger, unterstützt und kontrolliert von Peter, dem technischen Delegierten, nicht ausufernd viele Optionen, weil große Teile des Waldes aufgrund von Verboten für uns nicht nutzbar waren.

Foto: (C) HSV OL Wiener Neustadt

Verboten gut präsentieren sich bei diesem ersten Langdistanz-Lauf der nationalen Saison folgende Naturfreunde Wien-Läuferinnen & Läufer: Nico [H21- Elite], Adam [H14-], Marina [D45-], Wolfgang W. [H55-], Vera [D60-], Elisabeth [D Hobby] & Petra [Neulinge]. Herzliche Gratulation zum Tagessieg im Austria Cup!  Als geländegängig und bergtauglich erweisen sich auch Jasmina [D21- Elite], Robert [H21 kurz], Babsi [D45-] & Ferri [H60-]. Sie belegen den 2. Platz. Ebenfalls auf dem Podest stehen Lotte [D-10], Serge [H-10], Manuela [D55-] & Roland [H60-]. Für dieses Quartett endet der Ausflug jeweils mit dem 3. Platz.  

Wer das Ziel erreicht hat, sich vom  Gebirge abwendet und den Blick noch einmal über den Ort Purbach schweifen lässt, der stellt fest: Alle Medaillen glitzern an diesem Tag ebenso wie das Meer der Wiener im ungetrübten Sonnenschein.