Keine Flaute im Windpark
Irgendwer konnte es offenbar nicht mehr erwarten. Eine Woche vor den letzten Ski-Orienteering-Wettkämpfen begann am 14. März 2026 mit den österreichische Staatsmeisterschaften in der Mixed-Sprint-Staffel in Purbach am Neusiedler See bereits die Fuß-OL-Saison. Für unseren Verein liefen Jasmina, Lauri, Nicolas & Ylvi zu Silber, dahinter eroberten Lina, Erik, Florian & Tina die Bronzemedaille. Auch unser Nachwuchs und unsere Senioren waren erfolgreich. 5 Naturfreunde Wien-Staffel-Trios standen bei den ÖM auf dem Podest der Top Drei. Mit windzerzaustem Haar.

Es war ein Frühstart in allerlei Hinsicht. Früh im Jahr, früh am Tag. Wenn die Elite an einem Samstag um 10 Uhr ins Rennen geschickt wird, muss man in vielen Teilen Österreichs schon sehr engagierter Morgenmensch sein, um rechtzeitig an der Startlinie zu stehen. Dafür beschleunigte der böige Wind die Anreise. Zumindest für alle, die aus dem Südosten an den Neusiedlersee kamen. Und staunten.

Schau mal, was tanzt da im Wind und verschwindet über und hinter den Dächern von Purbach. Ein Storch? Ein Luftballon mit Hochzeitsgrüßen? Nein. Wer beim Hantieren mit Sicherheitsnadeln am Lauftrikot unachtsam ist, der kann seiner Startnummer nur mehr „Guten Flug!“ wünschen. Und so wirbeln unsere Gedanken um die Frage „Was tun, wenn mir ähnliches im Rennen passiert?“ und geben uns als Antwort eine weitere Frage: „Muss ich mit meiner Karte ins Ziel kommen?“. Es ist klar, dass du im Wettkampf beim Halten & Falten der A3-Karte konzentriert sein musst, sonst faltest du irrtümlich einen Papierflieger mit Zielflughafen Budapest.

Richtung Osten geht es auch gleich nach dem Start. Die ersten Posten warten im Freibad, von dort geht es in hohem Tempo weiter auf den Campingplatz „Storchennest“, der mit Hilfe von künstlichen Sperren in ein Labyrinth umgebaut wurde. Der Rückweg zum Start- und Zielbereich auf dem Fußballplatz des UFC Purbach beginnt dann mit einer längeren Routenwahl in eine Wohnhausanlage, ehe nach dem Zuschauerposten noch eine kurze Schlussrunde wartet. Unser Top-Quartett mit Jasmina, Lauri, Nicolas & Ylvi [D/H 17-] arbeitet sich von Platz 5 nach der Startstrecke noch auf Platz 2 nach vor und gewinnt hinter dem OLC Graz zur Staatsmeisterschafts-Silbermedaille. Dahinter erarbeiten sich Lina, Erik, Florian & Tina [D/H 17-] mit einer kompakten und guten Teamleistung die Staatsmeisterschafts-Bronzemedaille. Dahinter gibt esAnika, Fabian, Livia & Mika [D/H 17-] den8. Platz. Ebenso gut, aber außer Konkurrenz läuft das herrenlose Team mit unseren schnellen Schwedin Annika, Corinna, Alina & Anna [D/H 17-].

Mittlerweile haben auch alle anderen Altersklassen im strahlenden Sonnenschein ihre Rennen begonnen. Der Wind hat nicht nachgelassen, die Böen werden gefühlt sogar noch stärker. Muss uns ausgerechnet am Renntag vor Augen geführt werden, dass das Burgenland ein Vorreiter Kaum eine andere Region Österreichs ist beim Ausbau von Windkraft anlagen so weit wie das Burgenland. Der Windpark Neusiedler See ist der größte Österreichs. Am 14. März 2026 herrscht kein Produktionsstop, alle Windräder erzeugen grüne Energie.

Blau-türkis-weiße Energieträger sind auch die Läuferinnen und Läufern unserer Naturfreunde Wien-Senioren-Staffeln. Wolfgang W., Babsi & Ferri [D/H 50-] sind noch schneller als der Wind und gewinnen mit dreieinhalb Minuten Vorsprung die Goldmedaille. Für Boris, Christine & Günther [D/H 50-] endet das Windspiel mit der Bronzemedaille. Außerdem erreichen Frederic, Riki & Willi [D/H 50-] den 12. Platz, während Georg, Irene & Claudia [D/H 50-] das Rennen auf dem 14. Platz beenden. Möglicherweise ein wenig durch den Wind waren Lolli, Renate & Axel [D/H 50-] sowie Josef Z., Katja & Wolfgang P. [D/H 50-]. Für diese beide Staffeln gibt es wegen Fehlstempels leider kein Ergebnis. Samuel, Marina & Thomas [D/H 35-] fehlen nach 45 Minuten Laufzeit 45 Sekunden auf einen Podestplatz, irgendwer muss Vierter werden. Robert, Sandra & Hannes [D/H 35-] finden sich in der Ergebnisliste auf dem 9. Platz wieder.

Eine ebenso genaue Liste gibt es bei der Einteilung der Windstärke. In der Beaufort-Skala unterscheidet man 13 Arten von Wind, einige davon begleiten uns in den Staffel-Rennen an diesem Samstag, obwohl sie keine Startnummern tragen: leichte Brise, mäßige Brise, frischer Wind, starker Wind. Den härtesten Gegner lernen wir erst nach dem Zuschauerposten beim Queren des Fußball-Trainingsplatzes kennen: den frontalen Gegenwind. Fortschritt fühlt sich hier wie Stillstand an.

Nicht nur der Wind zeigt in Purbach sein Können, auch unser Nachwuchs. Im Gegensatz zu anderen Trios läuft unser „A-Team“ alle richtigen Posten an, und so werden Adam, Annina & Albert [D/H -16] mit der Bronzemedaille belohnt. Zusammenfassend ist – im doppelten Sinne des Wortes – festzuhalten: Bis auf Günther, dessen Karte eigene Wege gehen wollte, er aber schnell und gut reagieren konnte, hielten die Läuferinnen & Läufer unseres Naturfreunde Wien-Orienteering Teams während der Rennen alle Karten fest in den Händen, und danach dann auch zahlreiche Medaillen.

Was die Erfolge unseres Vereines bei den österreichischen Meisterschaften und den österreichischen Staatsmeisterschaften in der Mixed-Sprint-Staffel und die Windsituation in Purbach am 14. März 2026 betrifft, gab es eine große Gemeinsamkeit: es herrschte keine Flaute. Ist doch schön.


