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Wir trauern um Anneliese

Vor wenigen Tagen, am 01. Februar 2026, ist Anneliese, jahrzehntelang Stütze unseres Vereines und des österreichischen Fachverbandes im Alter von 83 Jahren verstorben. Wir trauern um Anneliese, die nicht nur erfolgreiche und leidenschaftliche Sportlerin, sondern engagierte und liebevolle Betreuerin unseres Nachwuchses bei zahllosen Kindertrainings. Ferri erinnert sich und uns an Anneliese.  

Anneliese war ihr ganzes Leben dem Sport verbunden – welch ein Glück für uns, dass sie den allergrößten Teil dieses Lebens „unserem Sport“ gewidmet hat. Orientierungslauf hat sie nicht nur ausgeübt, sondern in unserem Verein über viele Jahrzehnte hinweg maßgeblich mitgestaltet und geprägt. Dabei standen für sie weniger ihre eigenen sportlichen Erfolge – darunter WM-Teilnahmen und zahlreiche Meistertitel – im Vordergrund, sondern vor allem ihr Wirken als Trainerin.

Viele von uns verbinden mit Anneliese sehr persönliche Gedanken, Bilder und Gefühle. Über Generationen hinweg hat sie unzählige Kinder und Jugendliche behutsam und mit großer Begeisterung an unsere wunderschöne Sportart herangeführt. Als Mama und Omi hat sie gemeinsam mit Ernst schon früh die Freude an Bewegung in der Natur bei ihren Kindern und Enkelkindern geweckt – und ebenso bei vielen Kindern und Jugendlichen in unserem Verein.

Ich persönlich erinnere mich unter anderem an ihren unermüdlichen Einsatz im Hintergrund. In den Vordergrund gedrängt hat sie sich nie. Bei meinen OL-Anfängen Mitte der 1980er-Jahre habe ich sie bei vielen Wettkämpfen gemeinsam mit ihrem Bruder Kurt Arbter im Ziel erlebt. Sie waren für die Zeitnehmung verantwortlich – mit Kontrollkarte und Zeitstreifen, ein heute kaum mehr vorstellbarer händischer Aufwand.

Eine weitere, heute ebenfalls kaum vorstellbare Tätigkeit verbinde ich mit Anneliese: ruhig, konzentriert und gewissenhaft verbrachte sie unzählige Stunden damit, Postenringe aus Plastik mit der Pinzette auf ein Klebebrett zu setzen, um Bahnen mit rosa Tinte auf Karten zu drucken – so auch 1990 für meine erste ÖM, bei der ich Wettkampfleiter war.

Beim Aufbau von Zieleinläufen und Zieltransparenten war sie immer die „Praktikerin“, die zupackte und umsetzte. Diese lösungsorientierte Herangehensweise haben Katja und ich bei unseren eigenen Aufbauten für Start und Ziel gerne übernommen.

Im Hallentraining beeindruckte mich Anneliese durch ihre Beweglichkeit und Wendigkeit – etwa beim Basketball – und durch ihre lauten Pfiffe, mit denen sie über viele Jahre hinweg die Aufmerksamkeit der Jugendlichen einforderte.

Ihre Arbeit als Trainerin basierte auf einer fundierten Ausbildung: Anneliese war Sportlehrerin, staatlich geprüfte Trainerin und am Schweizerischen Nationalen Sportzentrum in Magglingen ausgebildet. Diese Qualifikationsnachweise trug sie bis ins hohe Alter mit Stolz auf ihren Trainingsanzügen.

Aus ihren Erfahrungen als Leichtathletin, Leistungssportlerin und Trainerin wusste sie, dass Erfolg nur durch großen Einsatz und Überwindung möglich ist. Der ihr zugeschriebene Ausspruch über einen völlig erschöpften Läufer im Ziel – „Jetzt hat er si endlich a amal angstrengt“ – ist mir aber nur aus Erzählungen bekannt.

Neben ihrem großen sportlichen Wissen konnte Anneliese auch mit ihrem Wissen über Blumen, Bäume und Sterne faszinieren und Kindern komplexe Zusammenhänge auf einfache Weise erklären.

Mit Freude war sie an der Seite von Ernst auch in den letzten Jahren bei vielen Kindertrainings unterstützend dabei, um Kindern einen einfachen Weg in die Welt des Orientierens zu zeigen – auch dann noch, als sie selbst bereits Unterstützung beim Orientieren durch ihr eigenes Leben brauchte.

Liebe Anneliese, danke für alles! Wir werden dich und die vielen gemeinsamen Momente in liebevoller Erinnerung behalten. Ferri.

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