Elite-Training auf zwei Kontinenten
Ein Wintertrainingslager dort, wo der Winter nicht weiß ist, hat rot-weiß-rote Tradition. So auch heuer. Rund 20 Athletinnen und Athleten des österreichischen Nationalkaders, darunter Lina, Ylvi & Nico sind von 07. bis 15. Februar 2026 nach Barbate in Andalusien gereist und haben dabei allerlei gesammelt: Trainingseinheiten, Eindrücke & Abenteuer. Und das auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar. Also in Spanien und Marokko.
Wer die Straße überquert, sollte aufpassen. Dieser Satz gilt nicht nur für Fußgänger, sondern in diesem Fall ganz besonders. Denn wer die Straße von Gibraltar mit dem Schiff überquert, um in der marokkanischen Hafenstadt Tanger ein Sprint-Training zu absolvieren, der sollte besonders aufpassen. Schon die Phönizier haben die strategische Bedeutung dieses Ortes als Verbindungspunkt und Handelszentrum zwischen Europa und Afrika erkannt. Gut erkennen kann das Team auch die, sich einen Hügel hinaufziehen, weißgetünchten und verschachtelten Gebäude der Medina (Altstadt) erkennen, darüber thront der alte Sultanspalast.

Das folgende Sprint-Training ist abenteuerlich und begeistert auch die vielen Sraßenhunde, die gerne an der Hetzjagd durch schmale Gassen & verborgene Durchgänge teilnehmen. Ist auch nicht weiter verwunderlich, schließlich herrscht ja auch Hundewetter. Gerade in den Wintermonaten ist es hier oft kalt und stürmisch, mit für marokkanischen Verhältnissen reichliche Regen. Dennoch hat der Lauf mit obdachlosem Haustier viel Spaß gemacht, ständig war man mit ungewohnten Situationen konfrontiert. In einem tunnelartigen, verzweigten Marktbereich boten auch die Gerüche ein besonderes Erlebnis. Der Duft von Gewürzen hier, jener von frischem Meeresgetier da. Und wie um den ohnehin schon intensiven Fischgeruch noch zu verstärken, wurden auch zwei Haie in ihrer ganzen toten Pracht den Kunden angeboten. Wer nicht genau auf seinen Standort achtete und womöglich den Kontakt zur Karte verlor, fand sich in einer Moschee wieder.

Eine Fährfahrt über die schmalste Stelle des Mittelmeeres später werden, zurück in Barbate in Spanien, die Erlebnisse und Ergebnisse geteilt. Die Beine werden hochgelagert, denn das von Nationaltrainer Mårten Boström ausgearbeitete Trainingsprogramm ist dicht und intensiv: innerhalb von sieben Tagen sind 14 OL-Tainings – inklusive eines „Ruhetags“ ohne OL-Einheit – abzuarbeiten. An einzelnen Tagen stehen sogar bis zu drei Trainings auf dem Plan. Der Fokus liegt auf der generellen Weiterentwicklung der OL-Grundlagen, sowohl technisch als auch physisch und taktisch. In Spanien wird im offenen Küstengelände ebenso wie im Wald und in technisch anspruchsvollen Dörfern und Städten Andalusiens trainiert.

Ein weiterer Höhepunkt war das KO-Sprint-Training in Conil de la Frontera mit insgesamt über 50 Teilnehmerinnen. Neben dem österreichischen Team waren auch die schwedischen Clubs IFK Lidingö, IFK Umeå und IFK Göteborg vertreten. Auch die österreichischen Athletinnen konnten unter Wettkampfbedingungen wertvolle taktische Erfahrungen für zukünftige Knock-Out-Sprints sammeln – ein Format, das international zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Im engagierten Trainerteam sorgten auch Flo und Alina für die perfekte Unterstützung aller Läuferinnen und Läufer des österreichischen Elite- und Nachwuchskaders.


